Fast 40 Prozent der Handwerksunternehmen im Ausbaugewerbe tätig

Statistik informiert ... Nr. 140/2019

Im Jahr 2017 hat es in Hamburg nach den Ergebnissen der Handwerkszählung 8 202 selbst­ständige Handwerksunternehmen gegeben. Das sind 0,2 Prozent weniger als 2016. Die meis­ten dieser Unternehmen (3 235 bzw. 39,4 Prozent) waren im Bereich des Ausbaugewerbes (z. B. Installation, Elektrotechnik oder Malereibetriebe/Lackiererei) tätig, so das Statistikamt Nord.

Zweitgrößte Gewerbegruppe waren mit 1 725 Unternehmen (21,0 Prozent) die Handwerke für den privaten Bedarf (z. B. Friseurinnen und Friseure). Eine ebenfalls große Gruppe bildeten mit 1 465 Unternehmen (17,9 Prozent) die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (z. B. Ge­bäudereinigung). Die wenigsten Handwerksunternehmen gab es im Gesundheitsgewerbe (358) und im Lebensmittelgewerbe (161).

Von allen Handwerksunternehmen betrieben 5 721 (69,8 Prozent) ein zulassungspflichtiges Gewerbe und 2 481 (30,2 Prozent) ein zulassungsfreies Gewerbe.

In den einbezogenen Handwerksunternehmen arbeiteten 71 899 sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (plus 3,3 Prozent), davon 70 Prozent in Vollzeit und 30 Prozent in Teilzeit. 12 281 Beschäftigte waren als Minijobberin und -jobber angestellt (minus 2,8 Prozent). Zu­sammen mit den tätigen Inhaberinnen und Inhabern arbeiteten 92 747 Frauen und Männer im hamburgischen Handwerk. Das sind 2,1 Prozent mehr als 2016. Die meisten Menschen arbei­teten in den Handwerken für den gewerblichen Bedarf (32 611), im Ausbaugewerbe (23 358) und im Kraftfahrzeuggewerbe (10 260).

60 Prozent der Unternehmen beschäftigten wie im Vorjahr bis zu vier Personen. Die übrigen fielen in die Größenklassen „fünf bis unter zehn tätige Personen“ (20 Prozent) sowie „zehn und mehr Personen“ (20 Prozent).

Im Mittel waren in einem Unternehmen elf Personen tätig. Deutlich über dem Durchschnitt lag dieser Wert im Lebensmittelgewerbe (27) und bei den Handwerken für den gewerblichen Be­darf (22 Personen). Deutlich unterdurchschnittliche Unternehmensgrößen gab es dagegen bei den Handwerken für den privaten Bedarf (fünf tätige Personen) und im Ausbaugewerbe (sie­ben Personen).

Die Hamburger Handwerksunternehmen erzielten 2017 einen Umsatz von 10,3 Mrd. Euro. Verglichen mit dem Vorjahr stieg der Gesamtumsatz damit um 4,1 Prozent. Der Umsatz je tätiger Person betrug rund 111 300 Euro. Die zulassungspflichtigen Unternehmen erwirt­schafteten dabei mit rund 144 400 Euro je beschäftigter Person einen mehr als dreimal so hohen Umsatz wie die zulassungsfreien Handwerksunternehmen (47 200 Euro). Die umsatz­stärksten Gewerbezweige waren das Kraftfahrzeuggewerbe (3,0 Mrd. Euro), das Ausbauge­werbe (2,6 Mrd. Euro) sowie die Handwerke für den gewerblichen Bedarf (1,7 Mrd. Euro).

62,8 Prozent der Hamburger Handwerksunternehmen waren Einzelunternehmen. Bei 28,9 Prozent aller Unternehmen handelte es sich um Gesellschaften mit beschränkter Haftung (GmbH), 8,0 Prozent entfielen auf Personengesellschaften und nur wenige Fälle auf sonstige Rechtsformen.

Methodische Hinweise:
Im Gegensatz zur vierteljährlichen Handwerksberichterstattung, die als Konjunkturstatistik Messzahlen und Veränderungsraten zur Entwicklung des Handwerks nachweist, liefert die Handwerkszählung Strukturangaben über das Handwerk in Form absoluter Werte.

Die Handwerkszählung wird jährlich auf Basis des statistischen Unternehmensregisters durch Nutzung von Daten der Bundesagentur für Arbeit und der Finanzverwaltung durchgeführt. Die Ergebnisse beziehen sich auf selbstständige, umsatzsteuerpflichtige Handwerksunternehmen der Anlagen A und B1 der Handwerksordnung. Handwerkliche Nebenbetriebe, innerbetriebli­che handwerkliche Abteilungen oder handwerksähnliche Gewerbe (Anlage B2) sowie von der Umsatzsteuer befreite Kleinunternehmen mit nur geringen Umsätzen sind in dieser Statistik nicht enthalten.

 

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