Neun Prozent weniger Inobhutnahmen
Statistik informiert … Nr. 112/2026
Die Behörden in Hamburg haben im vergangenen Jahr 2 014 Kinder und Jugendliche in Obhut genommen. Im Vergleich zum Vorjahr ist das ein Rückgang um 206 Fälle oder neun Prozent, so das Statistikamt Nord.
Deutlicher Rückgang bei unbegleitet aus dem Ausland eingereisten Minderjährigen
Hauptursache dieser Entwicklung ist ein deutlicher Rückgang der Inobhutnahmen unbegleitet aus dem Ausland eingereister Minderjähriger (minus 315 bzw. 29 Prozent).
Dennoch war die unbegleitete Einreise aus dem Ausland der häufigste Anlass für eine Inobhutnahme (39 Prozent aller Fälle). Häufige Anlässe waren zudem Anzeichen für Misshandlungen (24 Prozent) und Überforderung der Eltern bzw. eines Elternteils (20 Prozent der Inobhutnahmen). Darüber hinaus wurden beispielsweise Beziehungsprobleme, Delinquenz des Minderjährigen oder Wohnungsprobleme als Anlass der Maßnahme genannt (Mehrfachnennungen möglich).
Von den unterstützen Minderjährigen war die Hälfte 16 bis unter 18 Jahre alt und weitere 23 Prozent 14 bis unter 16 Jahre alt. Die weiteren Inobhutnahmen betrafen Kinder im Alter von unter 14 Jahren. Einen Migrationshintergrund (mindestens ein Elternteil ausländischer Herkunft) hatten 79 Prozent der in Obhut genommenen jungen Menschen.
Neben den 2 014 Inobhutnahmen gab es 219 Fälle von unbegleitet aus dem Ausland eingereisten Personen, bei denen das Verfahren durch Feststellung der Volljährigkeit beendet wurde (Vorjahr: 334 Personen).
Hinweise:
Die Jugendämter sind nach dem Kinder- und Jugendhilferecht berechtigt und verpflichtet, in akuten Krisen- oder Gefahrensituationen vorläufige Maßnahmen zum Schutz von Kindern und Jugendlichen (Inobhutnahmen) als sozialpädagogische Hilfe durchzuführen.
Die Angaben umfassen neben der regulären auch die vorläufigen Inobhutnahmen nach unbegleiteter Einreise aus dem Ausland. Dadurch kommt es insbesondere bei dieser Gruppe zu Doppelzählungen, wenn die betroffenen Personen zunächst in vorläufige und danach in reguläre Obhut genommen werden.
Fachlicher Kontakt:
Thorsten Erdmann
Telefon: 040 42831-1757
E-Mail: thorsten.erdmann(at)statistik-nord(dot)de
Pressestelle:
Alice Mannigel
Telefon: 040 42831-1847
E-Mail: pressestelle(at)statistik-nord(dot)de
Mastodon: (Externer Link)
Bluesky: (Externer Link)
LinkedIn: (Externer Link)