Anzahl der Unternehmensinsolvenzen gestiegen

Statistik informiert ... Nr. 124/2019

Für das erste Halbjahr 2019 hat das Insolvenzgericht Hamburg 1 559 entschiedene Anträge auf Insolvenzverfahren gemeldet. Damit sank die Anzahl aller Insolvenzen im Vergleich zum entsprechenden Vorjahreszeitraum um 6,5 Prozent, so das Statistikamt Nord. Die Anzahl der Unternehmensinsolvenzen stieg dagegen um 10,1 Prozent von 358 auf 394 Fälle. Die voraus­sichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger aus allen beantragten Insolvenz­verfahren betrugen fast 1,4 Mrd. Euro.

Die insolventen Unternehmen schuldeten ihren Gläubigerinnen und Gläubigern knapp 1,3 Mrd. Euro und beschäftigten zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 3 376 Arbeit­nehmerinnen und Arbeitnehmer. Besonders viele Insolvenzverfahren wurden für Unterneh­men im Wirtschaftsbereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ ge­meldet (77 Verfahren), gefolgt vom Wirtschaftsbereich „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ (62 Verfahren). Mit 118 Verfahren waren Unternehmen mit Sitz im Bezirk Hamburg-Mitte am häufigsten von einer Unternehmensinsolvenz betroffen.

Innerhalb der Gruppe der übrigen Schuldnerinnen und Schuldner wurden 833 Anträge auf Verbraucher­insolvenzen gemeldet. Das sind 104 Verfahren bzw. 11,1 Prozent weniger als im ersten Halbjahr 2018. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger betrugen gut 28 Mio. Euro bzw. 34 100 Euro je insolventer Person.

Hinweise:
In der Insolvenzstatistik werden von den Insolvenzgerichten Verfahren gemeldet, zu denen in dem Berichtszeitraum eine Entscheidung getroffen wurde. Bei komplexeren Verfahren kann somit ein längerer Zeitraum zwischen der Insolvenzanmeldung und der Entscheidung liegen.

Methodische Erläuterungen sowie detaillierte Ergebnisse zu beantragten Insolvenzverfahren können auf den Internetseiten des Statistikamtes Nord in der Rubrik „Insolvenzen“ abgerufen wer­den.

 

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