Anzahl der Unternehmensinsolvenzen um 2,5 Prozent gestiegen

Statistik informiert ... Nr. 36/2020

Im Jahr 2019 haben die schleswig-holsteinischen Amtsgerichte 787 beantragte Unterneh­mensinsolvenzen gemeldet. Das sind 2,5 Prozent mehr als im Vorjahr, so das Statistikamt Nord.

Mindestens 4 141 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer waren direkt von einer Unter­nehmens­insolvenz betroffen. Die insolventen Unternehmen schuldeten ihren Gläubigerinnen und Gläubigern über 1,6 Mrd. Euro. Am häufigsten wurden Insolvenzen für Unternehmen des Baugewerbes (131 Verfahren) sowie für Unternehmen im Wirtschaftsbereich „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (128 Verfahren) gemeldet. Nach dem Unternehmenssitz waren die Kreise Pinneberg und Segeberg mit 107 bzw. 81 Insolvenzen am stärksten betroffen.

Des Weiteren wurden 3 073 Anträge auf Verbraucher­insolvenz­verfahren gemeldet. Das ent­spricht einem Rückgang um 0,5 Prozent im Vergleich zum Jahr 2018. Damit war das Jahr 2019 das neunte Jahr in Folge, in dem die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen sank. Die vor­aussichtlichen Forderungen gegenüber den Verbraucherinnen und Verbrauchern betrugen über 115 Mio. Euro bzw. rund 37 500 Euro pro insolventer Person.

Insgesamt wurden 4 713 entschiedene Anträge auf Insolvenzverfahren gemeldet. Das sind 0,5 Prozent mehr als im Vorjahr. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger betrugen knapp 1,9 Mrd. Euro.

Hinweise:
In der Insolvenzstatistik werden von den Insolvenzgerichten Verfahren gemeldet, zu denen in dem Berichtszeitraum eine Entscheidung getroffen wurde. Bei komplexeren Verfahren kann somit ein längerer Zeitraum zwischen der Insolvenzanmeldung und der Entscheidung liegen.

Weitere methodische Erläuterungen sowie detailliertere Ergebnisse zu beantragten Insolvenz­verfahren stehen auf den Internetseiten des Statistikamtes Nord zur Verfügung.

 

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