Kaufwerte um elf Prozent gestiegen
Statistik informiert … Nr. 6/2026
In Schleswig-Holstein ist die Zahl der Verkäufe landwirtschaftlich genutzter Fläche mit 553 Fällen gegenüber dem Vorjahr nahezu unverändert geblieben. Die gehandelte Fläche stieg um sieben Prozent auf gut 3 100 Hektar (ha). Der durchschnittliche Kaufwert je ha erhöhte sich um elf Prozent auf 50 920 Euro. Wie im Vorjahr wurden die höchsten durchschnittlichen Kaufwerte je ha in den Kreisen Ostholstein (91 862 Euro/ha) und Dithmarschen (66 967 Euro/ha) erzielt, so das Statistikamt Nord.
Bezogen auf die schleswig-holsteinischen Hauptnaturrräume entfielen fast 42 Prozent der Gesamtverkäufe landwirtschaftlich genutzter Fläche (231 Fälle) auf die Hohe Geest. Die größte veräußerte Flächensumme mit einem Anteil von 38 Prozent am gesamten Flächenumsatz lag dagegen im Hauptnaturraum Hügelland. Der durchschnittliche Kaufwert im Hügelland stieg um 14 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf 73 834 Euro/ha. Die höchste Kaufsumme für landwirtschaftlich genutzte Flächen wurde ebenfalls im Hauptnaturraum Hügelland mit 8,65 Mio. Euro verzeichnet, gefolgt von der Hohen Geest mit 3,2 Mio. Euro.
Mit 103 092 Euro/ha wurde im Kreis Dithmarschen 2024 der höchste Kaufwert für Ackerland verzeichnet. Das ist ein Anstieg von fast 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig ergab sich dort einer der niedrigsten Kaufwerte für Dauergrünland (21 094 Euro/ha). Im Landesvergleich lagen diese Werte rund 60 Prozent über bzw. etwa 16 Prozent unter dem jeweiligen Durchschnitt für Schleswig-Holstein.
Dauergrünlandflächen waren im Kreis Stormarn am teuersten: Mit 30 420 Euro/ha lag der Wert leicht unter dem Vorjahresniveau (31 499 Euro/ha). Insgesamt stiegen die Kaufwerte in Schleswig-Holstein um 5,7 Prozent auf durchschnittlich 25 084 Euro/ha. Gleichzeitig wechselte 2024 weniger Dauergrünlandfläche die Eigentümerin bzw. den Eigentümer als im Jahr zuvor.
In dieser Statistik werden ausschließlich Flächenverkäufe erfasst, bei denen die landwirtschaftliche Nutzung erhalten bleibt. Da landwirtschaftliche Flächen nicht vermehrbar und räumlich gebunden sind, führt auch der Bedarf an Flächen für Infrastrukturprojekte – etwa für Verkehr, Wohnbebauung, Gewerbe oder Maßnahmen der Energiewende einschließlich notwendiger Ausgleichsflächen –, zu einer Verknappung des Angebots. Entsprechend können vielfältige Faktoren, sowohl außerlandwirtschaftliche als auch landwirtschaftliche, die Preisbildung auf dem landwirtschaftlichen Grundstücksmarkt beeinflussen.
Hinweise:
In Schleswig-Holstein melden die Finanzämter aus den vorliegenden Veräußerungsanzeigen der durchgeführten Verkäufe die Daten zu dieser Statistik. Der Kaufwert je Hektar wird als flächengewichteter Durchschnitt berechnet.
Bei der Bewertung der Ergebnisse ist zu beachten, dass sich in jedem Berichtsjahr die Gesamtheit der Kauffälle aus anders gearteten Einzelfällen zusammensetzt. Sie unterscheiden sich jedes Jahr in der Art der landwirtschaftlichen Nutzung, durch die Bodengüte sowie durch ihre Größe und Lage. Auch nichtlandwirtschaftliche Infrastrukturprojekte sowie damit verbundene Ausgleichsmaßnahmen können vermehrt Flächenverkäufe in bestimmten Jahren und Regionen auslösen und so indirekt auf die Preisbildung auf dem landwirtschaftlichen Grundstücksmarkt einwirken. Aufgrund der geringen Fallzahlen können sich zudem extreme Preise für einzelne Flächen auf die Durchschnittswerte auswirken. All diese Effekte führen zu größeren Schwankungen in den ausgewiesenen Daten zwischen den Jahren. Aus diesem Grund wird anstatt des Begriffs „Kaufpreis“ in dieser Statistik der Begriff „Kaufwert“ verwendet.
Die Ergebnisse der Statistik für Kaufwerte landwirtschaftlicher Flächen weichen von den Ergebnissen des Kaufpreisspiegels, der als Auftragsarbeit für das Ministerium für Landwirtschaft, ländliche Räume, Europa und Verbraucherschutz (MLLEV) des Landes Schleswig-Holstein durchgeführt wird, ab. Beide Datenauswertungen unterscheiden sich in den Berechnungsmethoden, Zuordnung der Flächenarten und der einzubeziehenden Fälle.
Weitere methodische Erläuterungen sowie detaillierte Ergebnisse der Kaufwerte landwirtschaftlicher Grundstücke in Schleswig-Holstein stehen auf der (Externer Link) zur Verfügung. Für Hamburg werden die Daten nicht erhoben.
Tabelle: siehe PDF-Dokument
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