Integrierte Schulden der Kommunen und ihrer Beteiligungen weiter gestiegen
Statistik informiert ... Nr. 181/2025
Ende 2024 haben die integrierten Schulden des kommunalen öffentlichen Bereichs in Schleswig-Holstein 11,0 Mrd. Euro betragen. Gegenüber dem Jahresanfang wuchsen sie um 897 Mio. Euro bzw. 8,9 Prozent, so das Statistikamt Nord. Bei diesem Konzept werden jeder Kommune nicht nur die eigenen Kernhaushaltsschulden zugeordnet, sondern anteilig auch Schulden ihrer mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen.
Von den 11,0 Mrd. Euro entfielen 4,7 Mrd. Euro bzw. 43 Prozent auf die kommunalen Kernhaushalte. Die restlichen 6,3 Mrd. Euro bzw. 57 Prozent waren auf die mittelbaren und unmittelbaren Beteiligungen zurückzuführen. Dabei stiegen die Schulden der kommunalen Kernhaushalte anders als in den Vorjahren stärker als die der Beteiligungen. Bei den Kernhaushalten betrug der Zuwachs 510 Mio. Euro bzw. zwölf Prozent, bei den Beteiligungen 387 Mio. Euro bzw. 6,6 Prozent.
Im Vergleich der Kreisgebiete und kreisfreien Städte waren die integrierten Schulden in den kreisfreien Städten Lübeck und Kiel am höchsten; sie betrugen jeweils über 1,3 Mrd. Euro. Im Verhältnis zur Bevölkerungszahl wurde der Höchstwert in Lübeck erreicht. Die integrierten Schulden pro Kopf lagen dort bei 6 099 Euro. Im Kreis Stormarn waren die Gemeinden, die Amtsverwaltungen und die Kreisverwaltung in der Summe am geringsten verschuldet, sowohl bei der Betrachtung der Gesamtsumme der integrierten Schulden (391 Mio. Euro) als auch des Pro-Kopf-Werts (1 583 Euro).
Hinweise:
In der Modellrechnung „Integrierte Schulden“ werden neben den Schulden der Kernhaushalte anteilig die Schulden der unmittelbaren und mittelbaren Beteiligungen der Gemeinden und Gemeindeverbände berücksichtigt. Dies verbessert die zeitliche und räumliche Vergleichbarkeit des Schuldenstands, denn in den einzelnen regionalen Einheiten übernehmen die Beteiligungen der Gemeinden verschiedene, neue oder ehemals üblicherweise im Rahmen des Kernhaushalts finanzierte Aufgaben, und zwar in durchaus unterschiedlichem Maße.
Bei den Berechnungen werden jeweils nur die Schulden gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich (vorwiegend Kreditinstitute) einbezogen, um Doppelzählungen zu vermeiden. Die Gesamtschulden einer Gemeinde, inklusive der Schulden gegenüber dem öffentlichen Bereich, können die hier dargestellten Werte erheblich überschreiten, wenn einer Gemeinde z. B. über öffentliche Finanzierungsanstalten wie dem Kommunalen Investitionsfonds Schleswig-Holstein oder die Kreditanstalt für Wiederaufbau Darlehen zur Verfügung gestellt worden sind.
Die integrierten Schulden pro Kopf und die Schulden des Kernhaushalts pro Kopf sowie der Anteil der Kernhaushaltsschulden an den integrierten Schulden sind in der (Externer Link) für die Kreis- sowie Gemeindeverbandsebene dargestellt.
Die detaillierten Ergebnisse sowie weitere methodische Erläuterungen enthält die heute erscheinende (Externer Link), die als kostenloser Download (XLSX) erhältlich ist.
Grafik und Tabelle: siehe PDF-Dokument
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