Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich um 12,2 Prozent gestiegen
Statistik informiert ... Nr. 132/2025
Im Jahr 2024 sind die Schulden der schleswig-holsteinischen Gemeinden und Gemeindeverbände erneut gestiegen. Der Schuldenstand ihrer Kernhaushalte beim nicht-öffentlichen Bereich, d. h. vorwiegend bei Kreditinstituten, wuchs im Vergleich zum Jahresende 2023 um 12,2 Prozent bzw. um 516 Mio. Euro auf 4,7 Mrd. Euro, so das Statistikamt Nord.
Fast zwei Drittel der zusätzlichen Verschuldung gehen auf die Kassenkredite zurück: Sie stiegen um 325 Mio. Euro auf 477 Mio. Euro. Von diesem Zuwachs sind wiederum 268 Mio. Euro den kreisfreien Städten Kiel und Lübeck zuzuordnen.
Von den Schulden entfielen 2,8 Mrd. Euro auf die kreisangehörigen Gemeinden, 1,4 Mrd. Euro auf die kreisfreien Städte und die restlichen 0,5 Mrd. Euro auf die Amts- und Kreisverwaltungen. Die höchsten Zuwächse verzeichneten die kreisfreien Städte mit 29,8 Prozent und die Kreisverwaltungen mit 24,0 Prozent. Die Schulden der kreisangehörigen Gemeinden stiegen um 4,8 Prozent und die der Amtsverwaltungen um 3,8 Prozent.
In der Einzelbetrachtung der kreisfreien Städte wuchsen die Schulden von Kiel um 35,2 Prozent und von Lübeck um 34,1 Prozent. In Flensburg und Neumünster sanken die Schulden um 11,4 bzw. 0,7 Prozent.
Betrachtet man die über alle Verwaltungsebenen (Gemeinden, Amts- und Kreisverwaltungen) aggregierten Schulden für die Kreisgebiete, war der Schuldenzuwachs im Kreis Steinburg mit plus 23,8 Prozent am höchsten, gefolgt vom Kreis Ostholstein (plus 17,8 Prozent). Den stärksten Rückgang gab es mit minus 16,6 Prozent im Kreis Schleswig-Flensburg.
Auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner Schleswig-Holsteins entfielen rein rechnerisch 1 598 Euro der kommunalen Schulden. Bei den kreisfreien Städten war der entsprechende Wert für Kiel mit 2 947 Euro am höchsten, für Flensburg mit 296 Euro am niedrigsten. Bei den Kreisen waren die über alle Verwaltungsebenen aggregierten Schulden in der Pro-Kopf-Betrachtung für den Kreis Pinneberg 2 079 Euro am höchsten und für den Kreis Stormarn mit 689 am niedrigsten.
Von den 1 104 Gemeinden Schleswig-Holsteins hatten 370 keine Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich. Das waren 15 Kommunen mehr als zum Jahresende 2023. Bei den schuldenfreien Gemeinden handelte es sich überwiegend um kleinere amtsangehörige Gemeinden mit durchschnittlich 628 Einwohnerinnen und Einwohnern. Die einzige Kreisverwaltung, die Ende 2024 keine Schulden hatte, war weiterhin die des Kreises Stormarn.
Hinweise:
In dieser Darstellung werden nur die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich berücksichtigt, da bei der Summierung mit den Schulden beim öffentlichen Bereich (also z. B. bei anderen Gemeinden oder Gemeindeverbänden) Doppelzählungen auftreten, wenn die Schulden von Gemeinden, Amts- und/oder Kreisverwaltungen aggregiert werden. Die Einzelangaben zu den Schulden aller schleswig-holsteinischen Gemeinden und Gemeindeverbände beim nicht-öffentlichen und öffentlichen Bereich finden Sie in der Gemeindetabelle ( (Externer Link)).
In den dargestellten Ergebnissen sind die Schulden der öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und Unternehmen in der Höhe von 6,3 Mrd. Euro nicht enthalten. Zu den öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und Unternehmen gehören zum Beispiel Zweckverbände und Sondervermögen der Kommunen.
Tabelle: siehe PDF-Dokument
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