Gender Pay Gap bei zwölf Prozent

Statistik informiert … Nr. 13/2026

Im Jahr 2025 betrug der Bruttostundenverdienst von Frauen in Schleswig-Holstein durchschnitt­lich 21,69 Euro. Männer verdienten dagegen 24,62 Euro. Der Verdienstunterschied – der un­bereinigte Gender Pay Gap – betrug somit 2,93 Euro pro Stunde bzw. zwölf Prozent, so das Statistikamt Nord. Gegenüber dem Vorjahr stieg der Wert um einen Prozentpunkt. In Deutsch­land lag der unbereinigte Gender Pay Gap im Jahr 2025 bei durchschnittlich 16 Prozent. 

Ab Anfang 30 nimmt der Verdienstunterschied zwischen Frauen und Männern fast stetig zu

Frauen in Schleswig-Holstein sind bei der Geburt ihres ersten Kindes durchschnittlich 30,1 Jahre alt. Ab diesem Alter stagniert ihr durchschnittlicher Bruttostundenverdienst nahezu, während er bei den Männern mit zunehmendem Alter fast stetig ansteigt. Eine Ursache dafür könnte darin bestehen, dass Frauen im Laufe ihres Erwerbslebens familienbedingt häufiger ihre Karriere unter­brechen und in Teilzeit arbeiten. 

Diese Entwicklung der durchschnittlichen Bruttostundenverdienste spiegelt sich auch im Ver­dienstunterschied in unterschiedlichen Altersgruppen wider. In der Altersgruppe der unter 25-Jährigen war er sogar negativ. Das bedeutet, dass die Frauen einen höheren durchschnitt­lichen Bruttostundenverdienst als die Männer erhielten. Bei den 30- bis 34-Jährigen betrug der unbe­reinigte Gender Pay Gap zwei Prozent. Am höchsten fiel er mit 23 Prozent bei Beschäftigten im Alter zwischen 55 und 59 Jahren aus. 

Verdienstunterschied in der Privatwirtschaft deutlich höher als im öffentlichen Dienst

Da im öffentlichen Dienst deutlich geringere Verdienstunterschiede zwischen Frauen und Män­nern bestehen, fiel der unbereinigte Gender Pay Gap in diesem Bereich (ein Prozent) wesent­lich geringer aus als in der Privatwirtschaft (14 Prozent).

Bezieht man den Bereich öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozialversicherung in die Ge­samtberechnung des Gender Pay Gap ein, lag der unbereinigte Gender Pay Gap in Schleswig-Holstein im vergangenen Jahr bei elf Prozent. (Bei der Berechnung des Gender Pay Gaps wer­den die Bereiche Land- und Forstwirtschaft und öffentliche Verwaltung, Verteidigung, Sozial­versicherung. gem. der einheitlichen Definition von Eurostat nicht berücksichtigt.)

Bereinigter Gender Pay Gap bei sechs Prozent

2025 waren in Schleswig-Holstein sechs Prozentpunkte des unbereinigten Gender Pay Gap strukturbedingt. Beispielsweise arbeiteten Frauen häufiger als Männer in Branchen und Berufen (z. B. Gesundheits- und Sozialwesen) sowie in Anforderungsniveaus, in denen schlechter be­zahlt wird. Darüber hinaus waren Frauen häufiger in Teilzeit tätig, was häufig ebenfalls mit ge­ringeren durchschnittlichen Bruttostundenverdiensten einhergeht. Die verbleibenden sechs Prozent­punkte des Verdienstunterschieds entsprechen dem bereinigten Gender Pay Gap. Das bedeu­tet, dass Frauen mit vergleichbaren Qualifikationen, Tätigkeiten und Erwerbsbiografien im Jahr 2025 pro Stunde durchschnittlich sechs Prozent weniger als Männer verdienten. 

Bei der Interpretation des bereinigten Gender Pay Gap ist zu beachten, dass der ermittelte Wert eine Art „Obergrenze“ für die Verdienstdiskriminierung von Frauen darstellt. Er wäre geringer ausgefallen, wenn weitere Informationen über lohnrelevante Einflussfaktoren – wie zum Beispiel Angaben zum individuellen Verhalten in Gehaltsverhandlungen und zu Erwerbsunter­brechungen – für die Analyse zur Verfügung gestanden hätten.

Methodische Hinweise:
Die Ergebnisse des Gender Pay Gap basieren auf den Erhebungen eines repräsentativen Mo­nats. Im Berichtsjahr 2025 handelt es sich dabei um den April. Bis zum Berichtsjahr 2021 wur­den die Ergebnisse basierend auf der vierjährlichen Verdienststrukturerhebung berechnet und mit der Vierteljährlichen Verdiensterhebung fortgeschrieben. So sind die Ergebnisse ab dem Jahr 2022 wegen unterschiedlichen Datenquellen und Erhebungsmethodiken nur einge­schränkt mit den Vorjahren vergleichbar. Weitere Informationen zum Gender Pay Gap veröf­fentlicht das Statistische Bundesamt in der Rubrik „Häufig gestellte Fragen (Externer Link)“.

 

Fachlicher Kontakt:
Dr. Isabel Lupold
Telefon: 040 42831-1636
E-Mail: isabel.lupold(at)statistik-nord(dot)de


Pressestelle:
Alice Mannigel
Telefon: 040 42831-1847
E-Mail: pressestelle(at)statistik-nord(dot)de
Mastodon: @StatistikamtNord@norden.social (Externer Link)
Bluesky: @statistiknord.bsky.social (Externer Link) 
LinkedIn: Statistikamt Nord (Externer Link)

Dokument herunterladen