Neue Daten und Informationen zur öffentlichen Kulturfinanzierung jetzt erschienen

Statistik informiert ... Nr. 116/2006

Die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder haben nun in dritter aktualisierter Auflage den gemeinsamen Kulturfinanzbericht vorgelegt. An den hier ausgewerteten Daten aus der Finanzstatistik wird deutlich, welchen Stellenwert die Förderung von Kunst und Kultur in den öffentlichen Haushalten des Bundes, der Länder und der Gemeinden hat.

Für Hamburg ergaben sich für das Jahr 2003 – als letztes Jahr, für das endgültige Ergebnisse vorliegen – Kulturausgaben in Höhe von 246 Mio. Euro. Das ist der höchste Wert seit Beginn des betrachteten Zeitraums ab 1995 und gegenüber dem Vorjahr eine deutliche Steigerung um 9,7 Prozent. Je Einwohner stellte Hamburg mit knapp 142 Euro damit – wie bei den Stadtstaaten üblich – einen deutlich höheren Beitrag bereit als im Durchschnitt aller Länder, der nur bei knapp 86 Euro lag. Gemessen am Gesamtetat der Hansestadt wurde für die Kulturförderung damit ein Anteil von 2,9 Prozent verwendet, dies ist nach Sachsen der bundesweit höchste Anteil.

Mit einem Anteil von 46,5 Prozent wurden die meisten Mittel für den Bereich Theater und Musik bereitgestellt, gefolgt von den Bereichen Museen, Sammlungen, Ausstellungen mit 19,2 Prozent sowie Bibliotheken mit 13,1 Prozent. Auf die Kulturverwaltung entfiel ein deutlich unterdurchschnittlicher Anteil von nur 1,3 Prozent, der Rest auf andere Kulturbereiche wie z. B. Denkmalschutz oder Kunsthochschulen.

Zusätzlich zu den genannten Ausgaben für Kultur standen auch allgemeine Haushaltsmittel für sogenannte „kulturnahe Bereiche“ in Höhe von 13,3 Mio. Euro zur Verfügung. Hierzu zählen Ausgaben für Volkshochschulen und sonstige Weiterbildung, kirchliche Angelegenheiten sowie Rundfunkanstalten und Fernsehen.

In Schleswig-Holstein wurden aus öffentlichen Haushaltsmitteln im Jahr 2003 insgesamt 146 Mio. Euro für Kulturausgaben bereitgestellt. Diese stammten zu 52 Prozent aus dem Haushalt des Landes und zu 48 Prozent aus den Haushalten der Gemeinden. Im Vergleich zum Vorjahr ist der Gesamtbetrag um 7,4 Prozent zurückgegangen, und im langjährigen Vergleich ist dies der niedrigste Wert seit 1995. Je Einwohner standen damit Kulturausgaben in Höhe von knapp 52 Euro zur Verfügung, gemessen am Durchschnitt der Flächenländer des alten Bundesgebietes (73 Euro) ein deutlich geringerer Wert. Im Verhältnis zum Gesamtetat des Landes und der Gemeinden machten Kulturausgaben einen Anteil von 1,5 Prozent aus, dies ist nach Rheinland-Pfalz und dem Saarland der drittniedrigste Wert.

Die meisten Mittel standen im nördlichsten Bundesland mit einem Anteil von 46,7 Prozent für den Bereich Theater und Musik zur Verfügung. Für Bibliotheken wurden 22,3 Prozent, für Museen, Sammlungen und Ausstellungen 11,5 Prozent verwendet. Der Anteil, der auf die Verwaltung kultureller Angelegenheiten entfiel, betrug mit 3,5 Prozent weniger als die Hälfte des bundesweiten Länderdurchschnitts. Neben den genannten Beträgen für kulturelle Zwecke standen in den öffentlichen Haushalten des Landes und der Gemeinden zusätzlich 35,7 Mio. Euro für die Förderung der so genannten „kulturnahen Bereiche“ bereit.

Der Kulturfinanzbericht 2006 mit Daten für den Bund, alle Bundesländer und ausgewählte Städte wird in gedruckter bzw. elektronischer Form kostenpflichtig im Statistik-Shop des Statistischen Bundesamtes angeboten (www.destatis.de/shop) und ist auch über das gemeinsame Statistik-Portal der Statistischen Ämter des Bundes und der Länder (www.statistik-portal.de) verfügbar.

Ansprechpartner:

Bernd Grocholski-Plescher
Telefon: 0431 6895-9323
E-Mail: schulen.kultur(at)statistik-nord(dot)de

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