Sektorale Bedeutung und regionale Schwerpunkte

Statistik informiert … SPEZIAL Nr. II/2018

Mit Einführung der derzeit geltenden Klassifikation der Wirtschaftszweige 2008 („WZ 2008“) wurden die Betriebe zur Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen (die vorher innerhalb des Verarbeitenden Gewerbes demselben Wirtschaftszweig zugeordnet waren wie die Herstellung der entsprechenden Waren und Maschinen) erstmals in einer eigenen Abteilung zusammengefasst. Sie umfasst allerdings nur darauf spezialisierte Betriebe mit diesem wirtschaftlichen Schwerpunkt, nicht die entsprechenden, nach wie vor vorhandenen wirtschaftlichen Aktivitäten der Hersteller dieser Maschinen, Ausrüstungen etc.

Im Jahr 2017 gab es in Schleswig-Holstein insgesamt gut 1 300 Betriebe im Verarbeitenden Gewerbe (einschließlich Bergbau und Gewinnung von Steinen und Erden, ohne Baugewerbe) mit 20 und mehr Beschäftigten. Ihre Zahl stieg damit gegenüber 2008 um drei Prozent. Für diese Betriebe liegen jährliche Daten zur strukturellen und konjunkturellen Entwicklung sowie zur Produktionsleistung vor.

92 und damit sieben Prozent der Betriebe gehörten im Jahr 2017 zum Wirtschaftszweig „Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen“. 2008 betrug ihr Anteil noch knapp acht Prozent. Ihre Zahl war in den Jahren seit 2008 leicht rückläufig, ist 2017 aber wieder deutlich angestiegen, so das Statistikamt Nord.

Die Betrachtung der Betriebsgrößenstruktur zeigt, dass fast zwei Drittel der Betriebe zur Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen mit 20 bis unter 50 dort tätigen Personen eher kleinere Einheiten sind. Ihr Anteil hat sich seit 2008 allerdings um sieben Prozentpunkte verringert.

Deutliche Verschiebungen gab es in diesem Zeitraum zugunsten größerer Einheiten. So nahm der Anteil an Betrieben mit 100 bis unter 250 tätigen Personen um fünf Prozentpunkte zu, der von Betrieben mit 250 und mehr tätigen Personen um vier Prozentpunkte.

Das Tätigkeitsspektrum bei der Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen ist vielfältig. Es umfasst beispielsweise die Reparatur und Wartung von Motoren, Turbinen oder Pumpen, die Reparatur von elektrischen Instrumenten und Ausrüstungen, nachrichtentechnischen oder medizinischen Geräten wie auch die Reparatur von Schiffen, Luft- und Schienenfahrzeugen. Installationsarbeiten reichen von Dampfkesseln über Windkraftanlagen bis hin zu Verpackungsmaschinen, elektronischen Messinstrumenten oder industriellen Prozesssteuerungsanlagen.

Der Produktionswert dieser Tätigkeiten lag im Jahr 2017 bei insgesamt 1,8 Mrd. Euro. Das sind sechs Prozent der gesamten industriellen Produktion im Verarbeitenden Gewerbe in Schleswig-Holstein und rund zwei Prozent mehr als im Jahr zuvor. Zu berücksichtigen ist dabei, dass einige dieser Leistungen auch von Betrieben erbracht werden, deren wirtschaftlicher Schwerpunkt insgesamt in einer anderen Branche liegt. Die Produktionswerte sind daher nicht mit dem Umsatz in dem hier betrachteten Industriesektor identisch.

Die Umsatzentwicklung verlief in den Betrieben zur Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen im betrachteten Zeitraum uneinheitlich. Während in den Jahren 2008 bis 2010 die Umsätze rückläufig waren, stiegen sie danach, bis auf das Jahr 2015, kräftig an. Die positiven Zuwachsraten waren fast immer zweistellig und lagen damit deutlich über denen für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt. Gemessen am Ausgangswert für 2008 hat sich im Jahr 2017 der Umsatz sogar um mehr als das Zweieinhalbfache erhöht. Ein Grund dafür mag auch darin liegen, dass insbesondere größere Industriebetriebe mit anderen wirtschaftlichen Schwerpunkten Reparatur- und Installationsarbeiten in eigenständige Betriebe ausgelagert haben und Umsätze jetzt in dieser eigenständigen Wirtschaftsabteilung generiert werden.

Von vergleichsweise geringer Bedeutung ist bei den Betrieben zur Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen die Gewinnung von Kunden auf Auslandsmärkten. So ist die Exportquote – gemessen am Anteil des Auslandsumsatzes am Gesamtumsatz – von 2008 bis 2011 deutlich gesunken und liegt seitdem zwischen Werten von fünf und gut acht Prozent. Die vergleichbare Quote liegt dagegen für das Verarbeitende Gewerbe insgesamt relativ konstant um die 40 Prozent, also deutlich darüber.

Die in den Jahren 2008 bis 2010 noch relativ hohe Exportquote ist dadurch begründet, dass in einzelnen Betrieben neben Installations- und Wartungsleistungen noch nennenswerte Produktionsaktivitäten, d. h. auch die Herstellung von Maschinen und Anlagen, stattgefunden hat, die zum Teil für Auslandskunden bestimmt waren. Diese Produktionsaktivitäten sind danach ganz überwiegend durch Verlagerungen deutlich zurückgegangen.

Die geringe Auslandsorientierung erklärt sich überwiegend daraus, dass in diesem Wirtschaftsbereich die Nähe zum Kunden, Schnelligkeit und kurze Wege zu den Maschinen und Anlagen wichtige Faktoren für den Unternehmenserfolg darstellen.

Die regionale Verteilung der Betriebe zur Reparatur, Instandhaltung und Installation von Maschinen und Ausrüstungen in Schleswig-Holstein spiegelt diese Orientierung auf Inlandsgeschäfte wider. Einerseits sind die Betriebe bevorzugt in der Nähe zu Industriezentren (Hamburg, Kiel und Lübeck) gelegen, andererseits an der schleswig-holsteinischen Westküste. So haben fast 30 Prozent dieser Betriebe in einem der vier direkt an Hamburg angrenzenden Kreise Herzogtum Lauenburg, Pinneberg, Segeberg und Stormarn ihren Sitz, 25 Prozent in Kiel oder Lübeck. In Nordfriesland und Dithmarschen sind weitere 20 Prozent der Betriebe ansässig, deren wirtschaftliche Aktivitäten maßgeblich durch Installations- und Wartungsarbeiten für die dort zahlreichen Windkraftanlagen geprägt sind.

Tabellen und Grafiken: siehe PDF-Dokument

 

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