Anzahl der Verbraucherinsolvenzen weiter gestiegen

Statistik informiert … Nr. 35/2026

Für das Jahr 2025 haben die schleswig-holsteinischen Insolvenzgerichte 3 569 entschiedene Anträge von Privatpersonen auf eine Verbraucherinsolvenz gemeldet. Das ist einer der höchs­ten Werte seit 2015, so das Statistikamt Nord. In diesem Zeitraum wurden nur für die Jahre 2015 und 2021 genauso viele bzw. mehr Fälle gemeldet wie für 2025. Die höhere Fallzahl von 2021 dürfte allerdings auf einen Nachholeffekt aufgrund rechtlicher Änderungen zurückzuführen sein. Im Vergleich zu 2024 stieg die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen um acht Prozent.

In der kreisfreien Stadt Lübeck war die Zahl der Verbraucherinsolvenzen mit 402 Verfahren am höchsten und im Kreis Steinburg mit 123 Verfahren am niedrigsten. Im Vergleich zur Bevölke­rungszahl waren jedoch die kreisfreien Städte Flensburg und Neumünster am stärksten betrof­fen: Dort wurden jeweils mindestens 230 Verbraucherinsolvenzverfahren pro 100 000 Einwoh­nerinnen und Einwohner gemeldet. Am niedrigsten war diese Quote im Kreis Stormarn (53). Die landesweite Quote betrug 121. 

Mit einem Plus von 51 Prozent nahm die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen in der kreisfreien Stadt Lübeck im Vergleich zu 2024 am stärksten zu. Im Kreis Dithmarschen wurde dagegen mit minus 18 Prozent der größte Rückgang verzeichnet.

Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger gegenüber den Verbrau­cherinnen und Verbrauchern betrugen 153 Mio. Euro. Durchschnittlich war eine insolvente Per­son mit fast 42 800 Euro verschuldet. Dabei war die durchschnittliche Verschuldung im Kreis Stormarn mit über 64 000 Euro am höchsten und im Kreis Schleswig-Flensburg mit etwa 33 500 Euro am niedrigsten.

Hinweise: 
Es werden nur Insolvenzen von Verbraucherinnen und Verbrauchern betrachtet. Ehemals selbstständig Tätige mit vereinfachtem Verfahren werden in dieser Darstellung nicht berück­sichtigt.

Die Angaben zu den Insolvenzen pro 100 000 Einwohnerinnen und Einwohner wurden mit Hilfe der Ergebnisse der Bevölkerungsfortschreibung auf Basis des Zensus 2022 zum Stand 30.06.2025 ermittelt.

Weitere methodische Erläuterungen sowie detailliertere Ergebnisse zu beantragten Insolvenz­verfahren stehen auf den Internetseiten des Statistikamtes Nord (Externer Link) zur Verfügung.

Tabelle: siehe PDF-Dokument

 

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