Ziele und Nutzen des Zensus 2021

2021 findet in Deutschland wieder ein Zensus – eine moderne Volkszählung – statt. Mit dieser statistischen Erhebung wird ermittelt, wie viele Menschen in Deutschland leben, wie sie wohnen und arbeiten. Viele Entscheidungen in Bund, Ländern und Gemeinden beruhen auf Bevölkerungs- und Wohnungszahlen.

Um verlässliche Basiszahlen für Planungen zu haben, ist insbesondere eine regelmäßige Bestandsaufnahme der Einwohnerzahl notwendig, die mittels des Zensus erfolgt. Die amtliche Einwohnerzahl ist eine wichtige Grundlage für zahlreiche rechtliche Regelungen: So werden auf dieser Basis u. a. Wahlkreise eingeteilt, die Stimmenverteilung im Bundesrat organisiert oder der Länderfinanzausgleich und der kommunale Finanzausgleich berechnet.

Mit dem Zensus 2021 nimmt Deutschland an einer EU-weiten Zensusrunde teil, die seit 2011 alle zehn Jahre durchgeführt wird. Deutschland erfüllt damit auch eine EU-Anforderung zur Lieferung von Planungsdaten.

Die Methode

In Deutschland ist der Zensus 2021 wie auch der letzte Zensus im Jahr 2011 eine registergestützte Bevölkerungs-, Gebäude- und Wohnungszählung. Das bedeutet, dass in erster Linie Daten aus Verwaltungsregistern genutzt werden, um die notwendigen Planungsdaten zu gewinnen. Somit wird die überwiegende Mehrheit der Bevölkerung nicht um Auskunft gebeten. Allerdings liegen die benötigten Daten nicht vollständig oder nicht in der erforderlichen Qualität in den Verwaltungsregistern vor. Daher müssen die Registerauswertungen um die Ergebnisse aus unterschiedlichen Befragungen ergänzt werden:

  1. Eine Haushaltebefragung sowie eine Erhebung an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften. Bei der Haushaltebefragung werden Haushalte befragt, die per Stichprobenziehung ausgewählt wurden. In Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften findet eine Vollerhebung statt. Ziel der Haushaltebefragung sowie der Erhebung an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften ist es, verlässliche Einwohnerzahlen sowie weitere Angaben zur Bevölkerung zu gewinnen.
  2. Eine Gebäude- und Wohnungszählung, bei der Eigentümerinnen und Eigentümer bzw. Verwalterinnen und Verwalter von Wohnraum befragt werden, um Daten zum Gebäude- und Wohnungsbestand in Deutschland zu gewinnen.

Zu den jeweiligen Befragungen finden Sie die Informationen auf den entsprechenden Unterseiten: Haushaltebefragung, Erhebung an Wohnheimen und Gemeinschaftsunterkünften und zur Gebäude- und Wohnungszählung.

Die Ergebnisse der Befragungen werden im Anschluss im Rahmen der sog. Haushaltegenerierung mit den Registerdaten zusammengeführt. Durch diese Verknüpfung werden zudem Haushaltsstrukturen als zusätzliche Merkmale gebildet.

Stand des Projekts

Der Zensus 2021 ist ein Großprojekt der amtlichen Statistik in Deutschland und erfordert umfangreiche Vorbereitungsarbeiten. Für den Zensus arbeiten die Statistischen Ämter des Bundes und der Länder eng zusammen, indem Sie die Befragungen vorbereiten, eine einheitliche und termingerechte Durchführung koordinieren und die Einhaltung der Qualitätsstandards sichern.

Als gesetzliche Grundlage für die Vorbereitungsarbeiten ist 2017 das Zensus-Vorbereitungsgesetz in Kraft getreten. Das eigentliche Zensus-Gesetz befindet sich derzeit im Gesetzgebungsverfahren. Weitere Informationen finden auf der Seite zu den gesetzlichen Grundlagen und zum Datenschutz.

Die Vorbereitungsarbeiten auf Grundlage des Zensus-Vorbereitungsgesetzes sind in vollem Gange. Für den Aufbau der Datenbestände wurden bereits erste Verwaltungsdaten verarbeitet. Des Weiteren finden ab 2019 erste Vor- und Probebefragungen statt. Diese dienen zur Vorbereitung der Hauptbefragungen im Jahr 2021. Vorbefragungen (oder auch Vorerhebungen) haben unter anderem das Ziel, die richtigen Ansprechpersonen festzustellen. Mittels der Probebefragungen, oder auch Pilotstudien werden die organisatorischen Abläufe des Projekts und die Verständlichkeit der Fragebögen getestet.

Für Fragen zum Zensus können Sie uns unter folgenden Kontaktdaten erreichen:

E-Mail: info-zensus@statistik-nord.de