Anstieg um ein Prozent

Statistik informiert ... Nr. 85/2020

Nach zwei Jahren Schuldenabbau sind die Schulden der schleswig-holsteinischen Gemeinden und Gemeindeverbände, die sie für ihre Kernhaushalte beim nicht-öffentlichen Bereich aufge­nommen haben, im Jahr 2019 wieder gestiegen. Insgesamt waren die kommunalen Kernhaus­halte Ende 2019 beim nicht-öffentlichen Bereich mit 3,67 Mrd. Euro verschuldet, so das Statis­tikamt Nord. Die Schulden wurden fast ausschließlich bei Kreditinstituten aufgenommen.

Im Vergleich zum Vorjahr betrug der Zuwachs der Schulden 36 Mio. Euro oder 1,0 Prozent. Während die Schulden der kreisangehörigen Gemeinden sowie der Amtsverwaltungen um 99 bzw. 8,6 Mio. Euro (plus 5,1 bzw. 5,7 Prozent) stiegen, konnten die kreisfreien Städte und die Kreisverwaltungen ihren Schuldenstand um 45 bzw. 27 Mio. Euro reduzieren (minus 3,6 bzw. 9,1 Prozent).

Auf jede Einwohnerin und jeden Einwohner Schleswig-Holsteins entfielen rein rechnerisch 1 267 Euro der kommunalen Schulden. Bei den kreisfreien Städten war der entsprechende Wert für Lübeck mit 2 215 Euro am höchsten, für Flensburg mit 920 Euro am niedrigsten. Bei den Kreisen waren die über alle Verwaltungsebenen aggregierten Schulden in der Pro-Kopf-Be­trachtung in Nordfriesland mit 1 714 Euro am höchsten und in Stormarn mit 375 Euro am nied­rigsten.

Von den 1 106 Gemeinden Schleswig-Holsteins hatten 350 keine Schulden beim nicht-öffentli­chen Bereich. Das waren sieben Kommunen weniger als zum Jahresende 2018. Bei den schul­denfreien Gemeinden handelte es sich überwiegend um kleinere amtsangehörige Gemeinden mit durchschnittlich 810 Einwohnerinnen und Einwohnern. Aber auch Bad Oldesloe, Bad Schwartau, Bargteheide und Rellingen mit jeweils mehr als 10 000 Einwohnerinnen und Ein­wohnern blieben gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich schuldenfrei (siehe Datei mit Einzelangaben). Die einzige Kreisverwaltung, die Ende 2019 keine Schulden hatte, war die des Kreises Stormarn.

Hinweise:
In dieser Darstellung werden nur die Schulden beim nicht-öffentlichen Bereich berücksich­tigt, da bei der Summierung mit den Schulden beim öffentlichen Bereich (also z. B. bei anderen Gemeinden oder Gemeindeverbänden) Doppelzählungen auftreten.

In den dargestellten Ergebnissen sind die Schulden der Extrahaushalte sowie der sonstigen öffentlich bestimmten Fonds, Einrichtungen und Unternehmen (FEU) nicht enthalten. Für den kommunalen Bereich summierten sich diese auf 4,53 Mrd. Euro.
Angaben über den Schuldenstand und die Pro-Kopf-Schulden aller schleswig-holsteinischen Gemeinden und Gemeindeverbände sowie weitere methodische Informationen sind auf der Homepage des Statistikamtes Nord erhältlich.

Tabelle: siehe PDF-Dokument

 

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Zusätzliche Informationen

  • Schulden der Gemeinden und Gemeindeverbände (PDF) PDF