Anzahl der Unternehmensinsolvenzen um 10,4 Prozent gestiegen

Statistik informiert ... Nr. 35/2020

Im Jahr 2019 hat das Insolvenzgericht Hamburg 746 beantragte Unternehmensinsolvenzen gemeldet. Das sind 10,4 Prozent mehr als im Jahr zuvor, so das Statistikamt Nord.

Die insolventen Unternehmen schuldeten ihren Gläubigerinnen und Gläubigern 4,1 Mrd. Euro und beschäftigten zum Zeitpunkt der Antragstellung mindestens 6 547 Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer. Besonders viele Insolvenzverfahren wurden für Unternehmen in den Wirt­schaftsbereichen „Handel, Instandhaltung und Reparatur von Kraftfahrzeugen“ (139 Verfahren) und „Freiberufliche, wissenschaftliche und technische Dienstleistungen“ (115 Verfahren) gemeldet. Mit 203 Verfahren waren Unternehmen mit Sitz im Bezirk Hamburg-Mitte am häufigsten von einer Unternehmensinsolvenz betroffen.

Des Weiteren wurden 1 612 Anträge auf Verbraucherinsolvenzverfahren gemeldet. Das sind 148 Verfahren bzw. 8,4 Prozent weniger als 2018. Damit war 2019 das achte Jahr in Folge, in dem die Anzahl der Verbraucherinsolvenzen sank. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger betrugen 55 Mio. Euro bzw. 34 100 Euro je insolventer Person.

Insgesamt wurden 3 044 Anträge auf Insolvenzverfahren im Jahr 2019 in der Hansestadt ent­schieden. Damit sank die Anzahl aller Insolvenzen im Vergleich zum Vorjahr um 2,5 Prozent. Die voraussichtlichen Forderungen der Gläubigerinnen und Gläubiger betrugen über 4,2 Mrd. Euro. Noch höher waren die Forderungen gegenüber insolventen Personen und Un­ternehmen zuletzt im Jahr 2013.

Hinweise:
In der Insolvenzstatistik werden von den Insolvenzgerichten Verfahren gemeldet, zu denen in dem Berichtszeitraum eine Entscheidung getroffen wurde. Bei komplexeren Verfahren kann somit ein längerer Zeitraum zwischen der Insolvenzanmeldung und der Entscheidung liegen.

Weitere methodische Erläuterungen sowie detailliertere Ergebnisse zu beantragten Insolvenz­verfahren stehen auf den Internetseiten des Statistikamtes Nord zur Verfügung.

 

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